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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Sourcing- und Betreibermodelle im Facility Management

Facility Management: FM-Basiswissen » Ziele » Sourcing- und Betreibermodelle

Sourcing- und Betreibermodelle im Facility Management mit strategischen Organisationsstrukturen

Eigenleistung und Fremdleistung bewusst gestalten

Nahezu jede FM-Organisation muss entscheiden, welche Leistungen mit eigenen Beschäftigten erbracht und welche extern beschafft werden. Die Startseite von FM-Grundlagen erläutert bereits verschiedene Eigen- und Fremdleistungsmodelle, allerdings nur innerhalb einer umfangreichen Gesamtübersicht. ISO 41012 stellt strategisches Sourcing ausdrücklich als eigenständige FM-Managementaufgabe dar.

Sourcing- und Betreibermodelle im Facility Management gestalten

Eigenleistung bietet Nähe und Wissen

Bei Eigenleistung beschäftigt die Organisation eigenes FM-Personal.

Vorteile können sein:

  • hohe Standortkenntnis,

  • direkte Steuerbarkeit,

  • schneller informeller Informationsfluss,

  • Erhalt kritischen Wissens,

  • hohe Identifikation mit dem Kerngeschäft.

Nachteile können entstehen durch:

  • Personalvorhaltung,

  • Vertretungsbedarf,

  • Fachkräftemangel,

  • Schulungsaufwand,

  • geringe Auslastung spezieller Fachkompetenzen.

Eigenleistung ist deshalb insbesondere dort interessant, wo kontinuierliches Wissen oder schnelle Verfügbarkeit besonders wichtig sind.

Fremdleistung nutzt Marktkompetenz

Externe Dienstleister können spezialisierte Kompetenzen und Skaleneffekte bereitstellen.

Typische Vorteile sind:

  • Spezialwissen,

  • flexible Ressourcen,

  • Marktinnovation,

  • weniger eigene Personaladministration.

Demgegenüber stehen:

  • Steuerungsaufwand,

  • Vertragsabhängigkeit,

  • möglicher Wissensverlust,

  • Nachtrags- und Schnittstellenrisiken.

Outsourcing beseitigt deshalb niemals den Bedarf an FM-Steuerung.

Einzelvergabe verteilt Risiken und Schnittstellen

Bei Einzelverträgen werden beispielsweise Reinigung, Sicherheit, Aufzüge und RLT separat vergeben.

Vorteile:

  • spezialisierte Anbieter,

  • direkter Wettbewerb,

  • hohe Fachtransparenz.

Nachteile:

  • viele Verträge,

  • zahlreiche Schnittstellen,

  • höherer interner Koordinationsbedarf.

Das Modell ist besonders geeignet, wenn der Auftraggeber starke eigene Steuerungskompetenz besitzt.

Gebündelte Leistungen reduzieren Schnittstellen

Mehrere Services können zu Paketen zusammengefasst werden.

Beispiele:

  • technisches Gebäudemanagement,

  • infrastrukturelles Paket,

  • integriertes Facility Management.

Damit sinkt die Zahl direkter Vertragspartner.

Allerdings kann Abhängigkeit von einem größeren Anbieter steigen.

Total- oder Integrated-FM als umfassendes Modell

Bei weitgehender Bündelung übernimmt ein Dienstleister einen großen Teil der operativen Leistungen und gegebenenfalls Teile der Steuerung.

Der Auftraggeber benötigt dann eine besonders klar definierte Retained Organisation.

Er muss weiterhin:

  • Anforderungen festlegen,

  • Leistung kontrollieren,

  • Budget steuern,

  • Risiken bewerten,

  • Entscheidungen treffen.

Hybridmodelle sind häufig sinnvoll

In der Praxis ist die beste Lösung häufig kein Extrem.

Beispielsweise:

  • Service Desk intern,

  • TFM teilweise eigen,

  • Spezialwartungen extern,

  • Reinigung vollständig fremdvergeben.

Das Sourcing-Modell sollte aus den Unternehmensanforderungen entstehen.

Wichtige Faktoren sind:

  • Kritikalität,

  • Marktfähigkeit,

  • internes Know-how,

  • Kosten,

  • Personalverfügbarkeit,

  • Innovationsbedarf,

  • Flexibilität,

  • Abhängigkeit.

Sourcing regelmäßig überprüfen

Eine vor zehn Jahren richtige Entscheidung muss heute nicht mehr optimal sein.

Technologien, Märkte und Organisation verändern sich.

Sourcing als Organisationsentscheidung verstehen

Die zentrale Frage lautet nicht: „Was können wir billiger einkaufen?“

Sondern: „Welche Fähigkeiten müssen wir selbst besitzen und welche Leistungen können externe Partner wirksamer erbringen?“

Damit wird Make-or-Buy zu einem strategischen Bestandteil des Facility Managements.