Technische Leistung und wahrgenommene Servicequalität voneinander unterscheiden
Eine Anlage kann technisch einwandfrei funktionieren und trotzdem kann die Nutzererfahrung schlecht sein. Ein Mitarbeiter bewertet Facility Management meist nicht anhand von Wartungsplänen, sondern daran, ob Räume funktionieren, Anliegen einfach gemeldet werden können und Informationen verständlich sind. Service Experience betrachtet deshalb die gesamte Interaktion zwischen Nutzer und FM. Dabei bedeutet Nutzerorientierung nicht, jeden individuellen Wunsch zu erfüllen. Ziel ist vielmehr, notwendige Services zuverlässig, verständlich und mit angemessenem Aufwand bereitzustellen.
Nutzerorientierung im FM wirksam gestalten
Die wichtigsten Berührungspunkte zwischen Nutzern und Facility Management bewusst organisieren
Serviceerfahrung entsteht insbesondere an sichtbaren Kontaktpunkten: Empfang, Service Desk, Arbeitsplatz, Besprechungsraum, Reinigung, Gastronomie oder Störungsbearbeitung. Für jeden dieser Kontaktpunkte kann betrachtet werden, welche Erwartungen bestehen und welche Informationen Nutzer benötigen. Ein klarer Meldeweg und verlässliche Rückmeldung wirken häufig stärker auf die Zufriedenheit als besonders komplexe technische Lösungen. Facility Management sollte deshalb nicht nur interne Prozesse optimieren, sondern auch deren Wirkung an der Schnittstelle zum Nutzer betrachten.
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| Service Desk | einfache Meldung | Zugänglichkeit |
| Arbeitsplatz | Funktionsfähigkeit | Produktivität |
| Empfang | Orientierung | positiver Erstkontakt |
| Störung | schnelle Information | Verlässlichkeit |
| Reinigung | angemessene Qualität | Wohlbefinden |
| Besprechungsraum | sofort nutzbar | Prozessunterstützung |
Gute Servicequalität benötigt klare Leistungsversprechen
Unzufriedenheit entsteht häufig durch unterschiedliche Erwartungen. Nutzer erwarten beispielsweise sofortige Bearbeitung, obwohl für eine Leistung ein anderes Service Level vereinbart wurde. Servicekatalog, SLA und verständliche Kommunikation schaffen hier Orientierung. Nutzer sollten wissen, welche Leistung verfügbar ist, wie sie angefordert wird und wann eine Reaktion zu erwarten ist. Gleichzeitig muss Facility Management überprüfen, ob vereinbarte Standards noch zum tatsächlichen Bedarf passen. Serviceorientierung bedeutet damit gleichermaßen Zuhören und professionelles Erwartungsmanagement.
Nutzerinformationen systematisch und nicht ausschließlich anekdotisch auswerten
Einzelne Beschwerden sind wichtig, bilden aber nicht zwangsläufig die Gesamtsituation ab. Nutzerzufriedenheit kann über Befragungen, Ticketdaten, Interviews und qualitative Rückmeldungen bewertet werden. Besonders wertvoll sind wiederkehrende Muster. Häufen sich Beschwerden zu bestimmten Räumen oder Services, kann ein strukturelles Problem vorliegen. Gute FM-Organisationen kombinieren daher subjektive Nutzerwahrnehmung mit technischen und operativen Kennzahlen. Feedback wird dadurch zur Informationsquelle für Verbesserung und nicht lediglich zur Bewertung des Dienstleisters.
Facility Management als Bestandteil einer produktiven Arbeitsumgebung verstehen
Menschen benötigen sichere, funktionierende und angemessene Arbeits- und Nutzungsbedingungen. Facility Management trägt wesentlich dazu bei, dass diese Voraussetzungen im Alltag selbstverständlich verfügbar sind. Nutzerorientierung verbindet deshalb Technik, Services, Kommunikation und Raumqualität. Die beste Service Experience entsteht häufig dort, wo Facility Management kaum bewusst wahrgenommen wird, weil Prozesse zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig müssen Ansprechpartner sichtbar und erreichbar sein, wenn Unterstützung erforderlich ist. So entsteht ein FM, das Menschen und Kerngeschäft gleichermaßen unterstützt.